Gespart auf allen Ebenen
Von Ulrich Klein, 28.09.10, 07:09h
Wer 66.000 Euro im Jahr sparen kann, hat logischerweise gut lachen. Thorsten Falk kommt allerdings nicht privat in den Genuss einer solchen Einsparmaßnahme. Aber als Erster Beigeordneter der Stadt Bergneustadt freut er sich natürlich ebenfalls.
BERGNEUSTADT - Wer 66.000 Euro im Jahr sparen kann, hat logischerweise gut lachen. Thorsten Falk kommt allerdings nicht privat in den Genuss einer solchen Einsparmaßnahme. Aber als Erster Beigeordneter der Stadt Bergneustadt freut er sich natürlich ebenfalls über die Aufstockung der Stadtkasse um besagte Summe. Die üppige Gratifikation hat Bergneustadt den fünf auf den Dächern von Schulen und der Feuerwache in der Talstraße installierten Fotovoltaikanlagen zu verdanken.
Und das geht so: Mit Hilfe von 1159 Solarmodulen werden pro Jahr rund 178 000 Kilowattstunden aus Sonnenlicht erzeugte Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Das ist etwa die Energiemenge, die für die Versorgung von 51 Haushalten benötigt wird. Laut Einspeisevergütung bringt das eben jene knapp 66 000 Euro per anno fürs Stadtsäckel. Zudem wird die Umwelt um 133,9 Tonnen CO pro Jahr entlastet.
Da das Projekt auf 20 Jahre angelegt ist, kann Bergneustadt bei unveränderten Bedingungen in dieser Zeit also rund 1,3 Millionen Euro kassieren. „Das ist in der Tat eine richtig große Hausnummer“, sagt Falk und freut sich, dass die Fotovoltaikanlagen von einer ortsansässigen Firma gebaut wurden. Das Unternehmen Alternative Energiesysteme Oberberg (aeo) konnte sich bei der europaweit ausgeschrieben Auftragsvergabedurchsetzen. 860 000 Euro beträgt das Investitionsvolumen für die Anlagen - Mittel aus dem Konjunkturpaket II.
„Natürlich sind wir froh, dass wir den Zuschlag bekommen habe“, freut sich auch aeo-Geschäftsführer Klaus-Peter Woggon, der mit seinen Mitarbeitern zwischenzeitlich allerdings mächtig Gas geben musste, um Fristen einzuhalten. Bis 30. Juni 2010 mussten die Anlagen komplett betriebsbereit sein. Ansonsten hätte es 13 Prozent weniger Geld für die Einspeisung gegeben - rund 10 00 Euro und das 20 Jahre lang. Umso erfreulicher, dass aeo den Zeitplan einhalten konnte. Dafür musste allerdings so manche Überstunde geklopft werden.
Falk und Woggon betonen freilich auch den pädagogischen Effekt des Projekts. Im Foyer der Schulen angebrachte Displays geben Auskunft über die aktuelle Leistung der Anlage, die erzeugte Energie sowie die vermiedenen CO2-Abgase. „Die bunten Anzeigetafeln wecken natürlich Neugier. So werden Kinder und Jugendliche an das Thema "Umweltfreundliche Energieversorgung" herangeführt“, erklärt Thorsten Falk.
Bergneustadt tut was: Erster Beigeordneter Thorsten Falk, aeo-Chef Klaus-Peter Woggon und Projektleiter Jens Keller (v.l.) (Foto: Krempin)
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