Solarenergie – saubere Sache?

WDR Fernsehen, 08.09.2009, 21.00 - 21.45 Uhr (Sendereihe)

Quarks & Co

Moderation: Ranga Yogeshwar

Solarenergie – saubere Sache?

Jeden Morgen geht die Sonne auf und schickt uns Licht und Wärme. Dieses „Naturgesetz“ können Besitzer von Solaranlagen nutzen – und dabei ein gutes Gewissen haben. Schließlich leistet die Anlage auf dem Hausdach einen Beitrag zum Klimaschutz und sichert Arbeitsplätze in einer boomenden Öko-Branche. Die eigenen Sonnenkollektoren schaffen außerdem mehr Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen. Aber hat diese alternative Technik tatsächlich nur positive Seiten? Welche wirtschaftspolitischen Aspekte stecken dahinter? Quarks & Co will das Geheimnis der solaren Verlockung lüften: Was ist Solarenergie eigentlich? Wie funktioniert sie? Welche verschiedenen Techniken gibt es? Was bringt eine Solaranlage dem privaten Nutzer? Welche Möglichkeiten hat die Großindustrie? Welche Solarenergie-Projekte gibt es in Deutschland und in anderen Ländern? Und kann uns die Kraft der Sonne helfen, die Energieprobleme der Zukunft zu lösen?

Die eigene Solaranlage

Wer 2009 sein Hausdach zur Solaranlage umfunktioniert und mit einer Photovoltaikanlage Strom ins allgemeine Netz einspeist, bekommt dafür vom Staat 43 Cent pro Kilowattstunde „Einspeisevergütung“ – und das 20 Jahre lang garantiert. Für warmes Wasser sorgt dagegen die Solarthermie-Anlage auf dem Dach. Dafür gibt es aber keine Einspeisevergütung, denn Strom wird ja nicht produziert. Das alles ist für die Verbraucher ziemlich verwirrend. Quarks & Co bringt Licht ins Dunkel und erklärt, warum alle Stromkunden die Kosten der Einspeisevergütung über entsprechend erhöhte Strompreise teuer bezahlen müssen.

Das Solarpotential deutscher Städte

Jedes fünfte Dach in Deutschland eignet sich für eine Solaranlage, vertraut man den Aussagen der Experten. Ein Viertel des deutschen Strombedarfes könnte theoretisch über private Sonnenkollektoren gedeckt werden. Quarks & Co zeigt, wie die Forscherin Martina Klärle mit Hilfe von Laserscan-Daten das Solarpotenzial von Gemeinden und Städten errechnet. Die Grundlage für ihre Berechnung schafft die Wissenschaftlerin mit Vermessungsflügen, bei denen die Häuser von oben „gescannt“ werden. Dabei berücksichtigt sie die Wanderung der Sonne genauso, wie den Schattenwurf eines Schornsteines im Wechsel der Tageszeiten.

Was soll ein Solarturmkraftwerk in Deutschland?

Etwa 22 Mio. Euro hat es gekostet: Deutschland erstes Solarturmkraftwerk in Jülich. Allein elfeinhalb Mio. Euro öffentliche Fördergelder stecken in dem Großprojekt, das bei einer Spitzenleistung von 1,5 Megawatt gerade mal 400 private Haushalte mit Strom versorgen kann. Wichtiger, als möglichst viel Strom zu erzeugen, ist den Betreibern jedoch die Forschung. Ziel sei es, die neue Technologie für den Einsatz in Großanlagen im Sonnengürtel der Erde fit zu machen. Quarks & Co fragt nach Sinn und Unsinn eines solchen Forschungskraftwerks: Warum leistet man sich im sonnenarmen Deutschland ein so teures Solarkraftwerk, und wie soll es sich rentieren?

Sahara-Strom für Nordeuropa

Das Wüsten-Strom-Projekt „Desertec“ sorgte in den letzten Monaten für Schlagzeilen: Eine Gruppe internationaler Unternehmen hat sich zusammengeschlossen, um Nordeuropa per Fernleitung mit Solarstrom aus der Wüste Nordafrikas zu versorgen. Solarkraftwerke in den Wüstenregionen sollen bis 2050 rund 15 Prozent des hiesigen Strombedarfs decken. Ist es tatsächlich möglich, die Sonnenkraft in der Sahara zur Stromversorgung in Europa zu nutzen? Oder ist die Idee nur eine blendende Fata Morgana? Und was haben die Afrikaner von dem Mammutprojekt? Quarks & Co hakt nach.

Redaktion: Stephan Witschas

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