Was ist dran an dem Gerücht, dass die deutschen Bürger durch die EEG-Finanzierung im Strompreis vorwiegend chinesische Firmen finanzieren, die ihre Solarmodule nach Deutschland exportieren?
Antwort
Bisweilen wird behauptet, dass die rasch wachsende Photovoltaikindustrie die große Nachfrage nach dieser Technik in Deutschland kaum befriedigen könne. Das ist falsch!
Richtig ist, dass das EEG im Jahr 2004 einen Nachfrageboom in Deutschland ausgelöst hat, der aus der heimischen Produktion dieser jungen Technik nicht sofort gedeckt werden konnte. In der Tat überstiegen zum Beginn der industriellen Photovoltaik-Fertigung in Deutschland deshalb die Importe aus Asien noch den Produktionsausstoß deutscher Solarfabriken. Inzwischen hat sich das Verhältnis zugunsten des Standorts Deutschlands umgekehrt. In keiner anderen Region der Welt entstehen so viele neue Produktionsstätten. Allein in diesem Jahr werden 15 neue Solarfabriken am Standort Deutschland gebaut und der Kapazitätsausbau in Deutschland überflügelt den heimischen Markt bei Weitem. Von der Solarförderung profitieren damit vor allen Dingen der Standort Deutschland und die hier ansässigen hoch innovativen mittelständischen Unternehmen.
In den letzten vier Jahren hat die Wirtschaft über drei Milliarden Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten hierzulande investiert. Ergebnis: Die Produktion konnte seitdem vervierfacht werden und übertraf inzwischen bei der So-larzellenproduktion um rund 30 % das Importvolumen. Nach Prognosen von Wirtschaftsexperten von EuPD/ifo wird sich dieser positive Trend fortsetzen. 2010 werden Deutsche Solarfabriken voraussichtlich bereits drei- bis viermal mehr für den Export und Inlandsabsatz produzieren als nach Deutschland importiert wird.
Der in Zukunft stetig wachsende Produktionsüberschuss aus deutschen Solarfabriken wird in den Export gehen und dadurch einen relevanten Teil des entstehenden Multimilliarden-Weltmarkts erschließen. Bereits in den letzten vier Jahren konnte das Exportvolumen auf inzwischen zwei Milliarden Euro verzehnfacht werden. Dies entspricht einer Exportrate von rund 40 Prozent. Bis zum Jahr 2010 erwartet der BSW-Solar auf der Basis von EuPD/ifo eine Exportquote von 50% bei einem Auslandsumsatz von fünf Mrd. Euro, langfristig sogar eine Exportquote von rd. 75% und einen jährlichen Auslandsumsatz von rd. 40 Mrd. Euro. Die Wirtschaftsexperten halten es für möglich, dass Deutschlands Solarwirtschaft trotz harten internationalen Wettbewerbs langfristig einen Weltmarktanteil von rund 20 Prozent hält, ver-gleichbar dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau.


