Bisweilen wird behauptet, Klimaschutz sei durch Emissionshandel kostengünstiger zu erreichen. Ist das Geld dort besser als in Solarförderung eingesetzt?
Antwort
Nein, vielmehr müssen die CO2-Einsparungen durch den Emissionshandel und der Ausbau Erneuerbarer Energien Hand in Hand gehen. Bereits heute ist bewiesen, dass Strom aus Solarzellen der Atmosphäre im Vergleich zum Normalstrom fast 90 Prozent der schädlichen Emissionen erspart. Die gelegentlich zitierte Momentaufnahme vergleichsweise hoher CO2-Vermeidungskosten der Photovoltaik aus vergangenen Jahren ist irreführend und nicht aussagekräftig. Unter Experten gilt als Allgemeingut, dass Photovoltaik erst mit der Wettbewerbsfähigkeit und dem Erreichen relevanter Marktanteile die vollen Klimaschutzpotenziale entfalten kann. Dann nämlich sinken die Zusatzkosten auf Null und die CO2-Vermeidung wird nicht teurer sein als bei anderen Klimaschutztechnologien.
Den Anschubkosten der Photovoltaik steht langfristig ein Vielfaches an Einsparungen gegenüber. Das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat 2006 in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovations-forschung (ISI) ermittelt, dass in den bisherigen Stromtarifen für konventionellen Strom aus Kohle und Gas Gesund-heits- und Umweltfolgekosten in Höhe von jährlich rd. 24 Mrd. Euro nicht eingepreist sind und von der Allgemeinheit z.B. über die Krankenkassenbeiträge zu tragen sind. In Deutschland produzierter Solarstrom spart 2030 voraussichtlich rund 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ein und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz des Weltklimas und zur Einlösung der deutschen und internationalen Klimaschutzziele. Mit dieser Reduktion von Kohlendioxid und an-deren Luftschadstoffen sind Einsparungen von externen Kosten in den Bereichen Gesundheit und Umwelt von insgesamt rd. 16 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 verbunden, die andernfalls vom Bürger u.a. über Krankenkassenbeiträge und Steuern zu tragen wären.


