Wie hoch ist ein Photovoltaik-Arbeitsplatz subventioniert und wie ist der Vergleich mit den Subventionen von Steinkohle-Arbeitsplätzen?
Antwort
Zunächst ist festzuhalten, dass Solarstrom umlagefinanziert ist und nicht subventioniert. Die jährliche Förderung der Solar-Arbeitsplätze ergibt sich aus der Umlage der Mehrkosten der Solarstrom-Förderung (EEG-Solarstromvergütung abzüglich der Kosten des ersetzten konventionellen Stroms) auf die Arbeitsplätze im jeweiligen Jahr. Es ist falsch, dass jeder Arbeitsplatz in der Solarbranche „mit 153 000 Euro im Jahr subventioniert“ wird, wie das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) behauptet. Im vom RWI zugrunde gelegten Jahr 2006 betrugen diese Mehrkos-ten rund 1 Mrd. Euro. Das Bundesumweltministerium geht laut Veröffentlichung März 2008 von knapp 27.000 Photo-voltaik-Beschäftigten in 2006 aus, der BSW-Solar hat in seiner aktuellen Markterhebungsstudie „Standortgutachten Photovoltaik in Deutschland“ von EuPD/ifo fast 30.000 Beschäftigte erhoben. Jeder Arbeitsplatz wurde somit mit etwa 34.000 Euro bezuschusst.
Die RWI-Argumentation ist insbesondere irreführend, da die volle Beschäftigungswirkung in der Photovoltaikbranche erst in den kommenden Jahren zum Tragen kommt: Für das Jahr 2010 rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf der Grundlage von EuPD/ifo mit über 50.000 Photovoltaik-Arbeitsplätzen in Deutschland, für 2020 mit über 100.000 Beschäftigten. Somit ist die Solarförderung auch bezüglich der Arbeitsplatzeffekte eine Investition in die Zukunft. Bei steigenden Exportanteilen kommen auf einen Beschäftigten, der für den solaren Binnenmarkt arbeitet, zukünftig dann drei Arbeitsplätze, die von Deutschland aus für den Solarexport produzieren, der keine Solarförderung braucht.
Bereits heute ist klar, dass die hochsubventionierten Steinkohle-Arbeitsplätze (seit den 50er Jahren betrug die Stein-kohlesubventionierung in der Summe 250 Mrd. Euro!) im Gegensatz zu den Solar-Arbeitsplätzen nach dem Auslaufen der Subvention nicht mehr vorhanden sein werden. Die bisweilen vollzogene Gegenüberstellung von Solarförderung und Steinkohlesubvention läuft daher schlichtweg ins Leere.


