Kritiker behaupten, Solarstrom sei heute noch neun- bis zehnmal so teuer wie konventionell erzeugter Strom. Stimmt das?

Antwort

Nein, das ist falsch, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Anders als von den Gegnern Erneuerbarer Energien gerne behauptet, wird Solarstrom bereits in wenigen Jahren wettbewerbsfähig zu Strom aus konventionellen fossilen Kraftwerken. Das liegt neben der Explosion der Öl- und Gaspreise an drei entscheidenden Vorteilen, die Solarstrom neben seiner positiven Klimabilanz besitzt:

  1. Solarstrom kann genau dort produziert werden, wo er verbraucht wird.
  2. Der meiste Solarstrom wird immer dann erzeugt, wenn auch der Verbrauch am höchsten ist.
  3. Photovoltaik ist ein Produkt der Halbleiterindustrie. Die Produktionskosten können mit wachsendem Produkti-onsvolumen deshalb kontinuierlich gesenkt werden.

Solarstrom kann im Kostenvergleich demnach nicht mit konventionellem Strom auf Basis gemittelter Strombörsenpreise verglichen werden. Vielmehr ersetzt Solarstrom teuren konventionellen Spitzenlaststrom und aufgrund der Verbrauchsnähe Strom, der andernfalls zu Endkundentarifen von heute bereits rd. 21 Cent je Kilowattstunde vom Energieversorger bezogen werden muss. Verbrauchernähe und Dezentralitätsvorteil werden oft unterschlagen, damit eben auch:

  • vermiedene Kosten des Netzbetriebs
  • Vermeidung von Übertragungsverlusten
  • vermiedene CO2-Schadenskosten durch Brennstoffsubstitution und vermiedene Netzverluste

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) beziffert diese Kosten und somit den tatsächlichen Wert von Photovol-taik-Strom (paritätische Stromkosten) in ihrer aktuellen Solarstudie auf derzeit 16 Cent/kWh. Dadurch zeigt sich, dass Solarstrom zurzeit zwar noch rund doppelt so viel kostet wie fossil erzeugter Spitzenlaststrom. Da aber konventioneller Strom kontinuierlich teurer wird und Solarstrom immer billiger, wird nach Einschätzung des Fraunhofer Instituts in spätestens zehn Jahren auch in Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit (Grid Parity / Netzparität) erreicht sein.

Von einer unverzichtbaren Dauersubventionierung wie bei der Steinkohle kann bei der Solarstromförderung keine Rede sein! Im Gegenteil: Die Förderung der Markteinführung von Solarstrom durch das EEG ist keine Alimentierung auf Ewigkeit, sie ist eine effiziente und degressiv gestaltete Anschubhilfe für die Entwicklung einer Zukunftstechnologie in Deutschland. Jedes Jahr wird die Vergütung des Solarstroms reduziert, und dies in einem schnelleren Tempo als bei allen anderen erneuerbaren Energien. Auf dieser Basis hat die Solarindustrie in den vergangenen zehn Jahren ihre Kosten um über 50 Prozent gesenkt. Und das macht sich auch bei den Photovoltaik-Preisen bemerkbar, die in Deutschland günstigster sind als im internationalen Vergleich.

Die von Kritikern bisweilen unterstellte Konkurrenz zu konventionell erzeugtem Grundlaststrom existiert schlichtweg nicht. Solarstrom kann als wertvoller Spitzenlaststrom in Deutschland langfristig ein Viertel des Strombedarfs decken und zwar genau dort, wo er verbraucht wird und zum Zeitpunkt des höchsten Bedarfs.

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