Wie lange ist Photovoltaik noch auf die Solarförderung angewiesen und wann wird Solarstrom wettbewerbsfähig?
Antwort
Die Solarindustrie wird in absehbarer Zeit auch ohne staatli-che Förderung auf hohem Niveau wachstumsfähig sein. Wenn es einen Mechanismus gäbe, der zum einen den gesamten volkswirtschaftlichen Nutzen der Solarenergie erfasste und zum anderen die externen Umwelt- und Gesundheitsfolgekosten der fossilen Energiegewinnung auf den herkömmlichen Energiepreis aufschlüge, sähe die Welt bereits jetzt ganz an-ders aus. Da es diese „wahren Preise“ aber nicht gibt, muss sich Solarenergie mit den am Markt gezahlten Preisen messen.
Die Wettbewerbsfähigkeit hängt dabei an zwei Faktoren: auf der einen Seite die Energieerzeugungskosten für Solarstrom, die dank technologischer Fortschritte und Massenproduktion kontinuierlich sinken, auf der anderen Seite der konventionelle Strompreis. Je nachdem, mit welcher Rate dieser Preis weiter steigen wird – und Energieexperten gehen von weiter steigenden Preisen für fossile Energieversorgung aus – wird Solarenergie früher oder später wettbewerbsfähig. Bis dahin ist die Markteinführung der Solarenergie auf verlässliche staatliche Rahmenbedingungen angewiesen, um konkurrenzfähig zu sein und auf dem Weltmarkt zu bestehen. Bis dahin benötigt die Industrie Investitionssicherheit für den Aufbau von Solarfabriken und ihre hohen Entwicklungsleistungen. Und die Verbraucher benötigen einen gesetzlich abgesicherten Investitionsanreiz zur Errichtung von Solaranlagen.
Sobald bei der Photovoltaik die sogenannte „grid parity“ erreicht ist – das heißt, sobald Solarstrom vom eigenen Dach günstiger ist als herkömmlicher Strom aus der Steckdose – wird Photovoltaik nicht nur unabhängiger von finanzieller Förderung, sondern wird zu einer tragenden Säule der Stromversorgung in Deutschland heranwachsen. Der BSW-Solar rechnet mit langfristig rund einem Viertel Solarstrom im deutschen Strommix.


