Welche Kosten entstehen durch die Solarförderung? Welcher Nutzen steht dem gegenüber?

Antwort

Gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz wird der Aufbau einer umweltfreundlichen Stromversorgung durch erneuerbare Energien von den Stromendkunden getragen. 2006 – aktuellere Daten liegen von den Netzbetreibern noch nicht vor - betrug diese Umlage für Solarstrom rund eine Milliarde Euro. Umgelegt auf einen Durchschnittshaushalt bedeutet das eine Mehrbelastung von noch nicht einmal einem Euro pro Monat. Wie sich dieser Beitrag in den nächsten Jahren ent-wickeln wird, hängt maßgeblich vom Zubau von Solaranlagen in Deutschland ab. Hier gehen alle seriösen Studien von einem moderaten Wachstum der jährlich neu installierten Photovoltaik-Leistung auf 1,5 bis zwei Gigawatt bis 2010 aus, 2007 wurden rund 1,1 Gigawatt neu installiert.

Die Bereitschaft, einen eigenen Beitrag für die umweltfreundliche Stromerzeugung zu leisten, ist gesellschaftsübergrei-fend vorhanden. 2006 wurden durchschnittlich 20 Cent im Monat für die EEG-Förderung von Solarenergie auf den Strompreis jedes Bundesbürgers aufgeschlagen. Nach einer Forsa-Umfrage (2007) sind deutsche Verbraucher mehrheitlich bereit, einen deutlich höheren Beitrag für Solarenergie zu zahlen. Auf dem nur noch kurzen Weg zur Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom wird die durchschnittliche Haushaltsbelastung durch die Photovoltaik-Förderung in einem tragfähigen Rahmen bleiben. Schlussfolgerung: Der Aufbau einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Stromversorgung hat seinen Preis. Dieser liegt jedoch sehr deutlich unterhalb der in die Subvention von Kohle- und Atomstrom geflossenen Steuergelder.

In eine ökonomische Gesamtbetrachtung muss aber neben den Kosten der Photovoltaik-Markteinführung auch der volkswirtschaftliche Nutzen einfließen. Photovoltaikanlagen werden nach Einschätzungen des BSW-Solar in spätestens 20 Jahren einen Marktanteil von über zehn Prozent am deutschen Strom-Mix erreichen können und damit ungefähr die gleiche Menge an Strom produzieren, wie derzeit aus heimischer Steinkohle gewonnen wird (vgl. Gesamtverband Steinkohle, Statistik 2007). Über drei Millionen Solaranlagen werden in Deutschland 2030 Importe von Steinkohle und Erdgas im Wert von rund drei Milliarden Euro ersetzen. Aufkumuliert ergeben sich bis 2030 allein daraus für die Volkswirtschaft Einsparungen von mehr als 28 Milliarden Euro.

Darüber hinaus spart in Deutschland produzierter Solarstrom 2030 voraussichtlich rund 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ein und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz des Weltklimas und zur Einlösung der deutschen und internationalen Klimaschutzziele. Mit dieser Reduktion von Kohlendioxid und anderen Luftschadstoffen sind Einsparungen von externen Kosten in den Bereichen Gesundheit und Umwelt von insgesamt rd. 16 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 verbunden, die andernfalls vom Bürger u.a. über Krankenkassenbeiträge und Steuern zu tragen wären.

Und welchen Stellenwert messen die Bürger der Sonnenenergie bei? Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kam im Dezember 2007 zu dem Ergebnis, dass Sonnenener-gie auf die Frage nach dem wichtigsten Beitrag zum Energiemix der Zukunft am häufigsten genannt wird (63 Prozent). Die Mehrheit der Deutschen erwartet, dass die Sonnenenergie in den nächsten zwei, drei Jahrzehnten den größten Beitrag zur deutschen Energieversorgung leisten wird.

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