Biomasseheizung - Technik

Biomasse nimmt in der Diskussion um den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung heute eine bedeutende Rolle ein. Neben den Aspekten CO2- Neutralität und Unerschöpflichkeit gilt die Speicherfähigkeit des Energieträgers Biomasse als wichtiges Fundament für eine zukünftige regenerative Energie. Diese kann in gasförmiger, flüssiger und fester Form vorliegen.

Die Verbrennung von Holz in Form von Festholz, Hackschnitzel und Pellets ist kohlendioxidneutral . Beim Verbrennen von Holz wird nur die gleiche Menge an CO2 freigesetzt, die die Bäume über das Wachstum aufgenommen haben. Besonders umweltfreundlich und komfortabel ist die Heizmöglichheit mit Pellets.

Für den Heizungsbetreiber ist der Umgang mit Holzpellets (oder Holzhackschnitzel) ebenso bequem wie mit Heizöl oder Gas. Darüber hinaus stellen Pellets auf Grund von einfacher Dosierung, hoher Heizleistung, bequemer Lieferung und Lagerung etc. den idealen Brennstoff für vollautomatische Heizanlagen dar.

baumstammhackspellets

Was sind Holzpellets?

Ohne Zugabe von Bindemitteln werden unbehandelte Hobel- und Sägespäne unter hohem Druck verdichtet. Der Rohstoff für die Herstellung von Holzpellets ist ein Neben- bzw. Abfallprodukt der holzbearbeitenden Industrie und damit kostengünstig verfügbar. Die Pelletierung war zunächst eine geeignete Möglichkeit, das Volumen dieser Reststoffe zu reduzieren. Mit den hochverdichteten Presslingen stand nun ein homogener und naturbelassener Brennstoff zur Verfügung, der bereits in den 70er Jahren zur Entwicklung von ersten Pellet-Kaminöfen führte.

Pellets sind ein biologischer Brennstoff mit gutem Image. Es dürfen keine verunreinigte Rohstoffe eingesetzt werden. Für einen optimalen Pelletierungsprozess ist die maximale Holzfeuchte auf etwa 14 % begrenzt. Der Energieaufwand zur Herstellung ist im Vergleich zum eigentlichen Energieinhalt mit einem Anteil von ca. 5 % recht gering. Vom Ausgangsmaterial abhängig, insbesondere Trocknung und Zerkleinerung, kann dieser Wert leicht variieren.

Auf dem Markt sind überwiegend Pellets mit einem Durchmesser von 6 bis 8 mm und einer Länge von bis zu 40 mm. Ihre Beschaffenheit erlaubt eine problemlose und vollautomatische Zuführung in den Brennraum des Pelletkessels. Der Heizwert entspricht ca. 5 kW/kg, so dass mit zwei Kilogramm Pellets etwa ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Erdgas ersetzt werden kann. Der Aschegehalt liegt unter 0,5 %. Ein Schüttkubikmeter wiegt ca. 650 kg und ersetzt 325 Liter Heizöl. Der Staubanteil liegt unter 1 %. Die genannten Qualitätsmerkmale sind Mindestanforderungen und werden für Deutschland in der DIN 51731 geregelt. Hochwertige Pellets garantiert die österreichische Norm NORM M 7135. Diese unterschiedlichen Anforderungen sind nun in der DINplus kombiniert.

Wie und wo werden Holzpellets gelagert?

Die gesetzlichen Anforderungen zur Lagerung von Pellets sind im Rahmen der Feuerungsverordnung des Landes NRW geregelt. Bis zu einer Lagermenge von 15 Tonnen werden keine speziellen Anforderungen an den Lagerraum gestellt. Im Lagerraum dürfen sich keine elektrischen Installationen befinden. Für die Befüllung sind zwei Anschlüsse zum Einblasen der Pellets und zum Absaugen des entstehenden Staubes bzw. für den Druckausgleich notwendig. Aus elektrostatischen Gründen sollten Kunststoffrohre vermieden und statt dessen Metallrohre mit einem Durchmesser von 100 mm eingesetzt werden.

Damit die Pellets beim Einblasen nicht zerbrechen oder die gegenüberliegende Wand beschädigen, ist bei Wandabständen unter 4 Meter eine Prallmatte aus Gummi zu empfehlen. Der ehemalige Heizöllagerraum ist meist als Pelletlager ausreichend.

Eine andere Form der Lagerung ist der Erdtank. Wenn im Keller kein Platz ist, kann ein Lagertank unterirdisch in der Nähe der Heizung installiert werden. Die Pellets werden dann durch ein Saugsystem zum Vorratsbehälter am Heizkessel befördert.

Wie kommt der Brennstoff vom Lager in den Heizkessel?

Bei den Fördersystemen vom Pelletlager zum Kessel sind verschiedene Varianten denkbar. Der Ausführung dieser Komponente muss große Beachtung geschenkt werden, hängt davon doch ganz wesentlich der Grad der Nutzerfreundlichkeit und Betriebssicherheit ab. So entscheidet bereits die Form der Pelletlagerung (Sackware oder lose Ware) über den späteren Bedienungskomfort. Gewöhnlich wird dies jedoch von der gewählten Kesselausführung vorgegeben.

Im Falle eines integrierten Brennstoffbehälters werden die Pellets normalerweise in Säcken eingelagert und per Hand eingefüllt. Alternativ dazu können lose gelagerte Pellets durch ein Saugsystem in den Behälter gefördert werden. Lose Pelletware wird überwiegend mit einer Schnecke zum Heizkessel gefördert. Die Schnecke ist die einfachste Fördermöglichkeit. Sie ist verschleißfrei und geräuscharm. Zusätzlich sind rückbrandsichernde Maßnahmen wie Zellradschleuse oder Rückbrandschleuse erforderlich. Förderschnecken sind als biegsame oder auch als starre Systeme erhältlich. Welche Pellet-Heizsysteme gibt es?

Pellet-Heizungen werden überwiegend in Leistungsbereichen bis 50 kW eingesetzt. Pellet-Heizungen können zur Einzelraum- oder als Zentralheizung genutzt werden und sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Generell entsprechen die derzeit erhältlichen Systeme einem sehr hohen technischen Standard, der einen sehr komfortablen und emissionsarmen Betrieb ermöglicht. Die Anlage sollte genau auf den Wärmebedarf des Gebäudes abgestimmt sein. Pellet-Einzelöfen (freistehend oder als Kamineinsatz) werden häufig im Wohnbereich Einzelraumbeheizung eingesetzt. Die sichtbare Flamme bei der Holzverbrennung bietet zusätzlichen Wohnkomfort. Diese Öfen sind meist mit einem Vorratsbehälter ausgestattet. Die Einbindung in das Zentralheizsystem ist möglich.

Mit Pellet-Zentralheizanlagen können Wohngebäude und kleinere kommunale Einrichtungen (Kindergärten o. ä.) ganzjährig und effizient mit Wärme versorgt werden. Eine optimale Ergänzung zur Pellet-Heizung stellt die thermische Solaranlage dar. In den Übergangszeiten und im Sommer kann der Brauchwarmwasserbedarf mittels direkter Sonneneinstrahlung gedeckt werden.

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